Mietspiegel in Essen – Fair oder Farce?

mietspiegel

Der Mietspiegel dient als Orientierungshilfe bei der Vereinbarung von Mieten für die hier definierten Wohnungen. Die dort aufgeführten Mieten stellen keine Festlegung der Höhe sondern lediglich eine Übersicht über die in einer Gemeinde üblichen Vergleichsmieten dar. Deklarierte Mieten sind von der Gemeinde oder den Interessenvertretern der Vermieter und der Mieter gemeinsam erstellt oder anerkannt worden.

Der mutmaßliche Vorteil des Mietspiegels liegt darin, auf einer breiten Informationsbasis das örtliche Mietpreisniveau abzubilden und somit Mieter und Vermieter bei der Mietpreisbildung, mit der nötigen Transparenz, behilflich zu sein.

Wie wird der Mietspiegel berechnet?

Der Mietwert wird ermittelt aus
• dem Mietrichtwert (ergibt sich aus dem Baujahr)
• dem Einfluss der Wohnlage
• dem Einfluss der Ausstattung und sonstigen Gegebenheiten

Nun, während der Mietrichtwert anhand des Baujahres eindeutig bestimmt werden kann, scheiden sich bei den anderen Faktoren die Geister. Da wird aus dem Baum im Garten für den Vermieter schnell ein Park, während dem Mieter diese Sichtbehinderung lediglich die Sonne abhält. Die Bushaltestelle vor der Haustür ist für den Vermieter die optimale Verkehrsanbindung, für den Mieter schlicht Lärm. Oder ein Fenster macht das Treppenhaus zum „Eingangsportal im Italienischen Stil“. Klar, erhöhen doch diese Faktoren die Mieteinnahmen.

Diese zum Großteil sehr subjektiven Bewertungen werden bislang vom Vermieter festgelegt. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, dass seine Mietobjekte selbstverständlich in 1A-Lagen mit perfekter Ausstattung liegen. Sofern der Mieter anderer Meinung ist, muss wohl ein Gutachter hinzugezogen werden.

Laute Gedanken:
Wäre es als einflussreiches Wohnungsbauunternehmen nicht denkbar, Gutachter bereits in der Bauphase von der Seriosität zu „überzeugen“? Könnten diese gar in der Ausbildungsphase „gefördert“ werden? Unabhängig dessen wer zahlt die Kosten eines solchen Einsatzes? Sind solche Spesen für den Vermieter oftmals ein Griff in die Portokasse, könnte dem Mieter ein solches Unterfangen auch gerne mal den Urlaub kosten. Somit wird er sich einen solchen Schritt zweimal überlegen. Einfacher und vor Allem günstiger ist doch, die Miete oder die Mieterhöhung zu akzeptieren. Frei nach dem Motto: Mund abwischen, schütteln und gut. Ein doch sehr überschaubares Risiko für den Vermieter…

Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

Weitere Informationen zum Mietspiegel
Download Mietspiegel Essen 2011

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